Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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I^XXII. Leben des Cardmals Du BM ZOI

fand sich denselben Tag so schlecht, daß er nicht eher als denfolgenden Tag frühe um Z. Uhr daselbst anlangte, welchesdurch acht Männer geschah, die ihn ins Zimmer bis vordas Bette trugen. Einige Stunden nach seiner Ankunft zuVersailles, beichtete er bey einem Pater der, Recolleccen, unddarauf wollte man zu der Operation, schreiten. Alleine erwollte von neuem sich nicht darzu entschlüfien, daher man so,gleich einen Erpressen an den -Herzog von Orleans nachMeu«von schickte, ihm davon Nachricht zu geben. Dieser nahmsogleich die erste Post «Chaise, die er haben konnte, und eiltedamit nach Versailles, woselbst er sich mit dem Cardinal un«terredste und nachgehendS die Medicos und Chtrnrgos noch,mals fragte: ob man hoffen könnte, daß durch diese Opera«tion des CardinalS Leben gerettet werden könnte ? Als nundiese darauf sagten, daß solches zwar nicht gewiß zu verspre-chen, wohl aber dieses zu versichern wäre, daß ohne derselbender Cardinab nicht über zwey Stunden mehr leben könnte , sosetzte der -Herzog nochmals mit großer Hesstigkeit in ihn un»bat, daß, weil kein ander Mittel, sein Lehen zu retten, übrigsey, er nicht verziehen, sondern die Operation an sich ver-richten lassen Mte.

Hierauf schritte der berühmte Königl. Chirurgus, Herrde la Peronre, in Gegenwart anderer Wundärzte um halbZ. Uhr zu Werke. Die Operation wand in weniger denn6. Minuten vollendet; jedoch schrie der Pakiente bey dem an»der» schnitte so heftig, daß der Herzog von Orleans » wel,cher sich in einem Nebenzimmer befand, sich nicht enthaltenkonnte, aus großem Mitleiden Thränen zu vergießen. An,sanglich schmeichelten sich die Medici und Chirurg«, es solltediese Operation eine gme Würkung thun, weil aus der Wun-de viele Materie und Wasser gieng. Als aber der Cardinalsich bald darauf nicht mehr recht besinnen konnte, urtheiltensie, es müsse mit ihm nicht zum besten beschaffen seyn, dahersie schlüßlg worden, den ersten Band eine Stunde eher ab»zunehmen, da denn die Wunde sehr schlecht befunden wurde,weil sich der kalte Brand äußerte. Er erlebte daher nichtden folgenden Tag ,-sondern starb den 2«. Aug. Nachmittagezwischen 4. und 5. Uhr, und als» gleich 24. Stunden nach

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