HXlV. Leben des Cardinals Orsini. zu
an, darzu der Papst blos durch die Verwandtschaft veranlas-set worden, indem fein Bruder, der Herzog von Gravina, sichmit einer adopiirten Muhme Clcmentis X. vermählt hatte.
Da kein Zureden helfen wMe, schickte der Papst denP. Rocaberti, Provincial des Dominicaner^ Ordens, an ihn,der ihn bey der Pflicht des Gehorsams zu Annehmung der neuenWürde bewegen sollte. Er richtete aber nichts weiter aus,als daß er mit ihm nach Rom reiftte. Als er den 18. Mär;daselbst anlangte, warf er sich zu des Papsts Füssen und barum Verschonung mir der Cardinals-Würde. Alleine derPapst ließ sich nicht auf andere Gedanken bringen, daher ersich endlich gezwungen sah, den 9. April den Cardinals' Hutaus dessen Händen anzunehmen und sich den PriestertitelGt.Eipti beylegen zu lassen. Er faßte aber dabey den festen Ent-schluß, seinen Ordens »Regeln noch ferner aufs genauestenachzuleben.
Kur; darauf machte ihn der Papst zum Präfecto der Con-grezation des Concikii, welche Stelle er aber bald wie-der niederlegte, weil er lieber sich in sein geringes TrzbißkhumManfreöonta begeben wollte, welches ihm vor kurzem ClemensX. aus fein Ansuchen gegeben hakte. Als er daselbst angelangt,banete er die Metropolitan. Kirche und den Erzbischöfl. Pallastauf seine eigene Kosten ganz neu, und wände zu Verferti-gung der neaen Kirchen»Gefäße sein eigen Silber-Geschirr an.
Nach Clemenkis X. Tode war er das Haupt von denje-nigen Cardinälen , die sich Jelantcn nennten, weil sie sichzusammen verbunden hatten, keinen Cardinal zum Papst zuerwählen, den nicht das ganze heil. Collegium ohne einigesweltliches Absehen oder irdisches Interesse für den würdigsten1 halten würde, worauf InnocentiuS Xl^ aus dem Hause Ode-schalchi auf den Apostolischen Stuhl gesetzet wurde.
Einige Zeit darauf besorgte der Cardinal Alkieri,eS möch-te sich der Cardinal Orsini , als ein Neapolitanischer Bischof,bey den damaligen Streitigkeiten, die wegen der KirchenIm-munitaten entstanden, allzusehr an die Spanische Parthey
U 4 hängen