ZI2 LXXlV. Leben des Cardinals Orsinj. '
hängen und dadurch seinem Hanse Schaden thun, daher ver-anlaßte er Innocenttum XI. daß er ihm 1680. das ansehnlicheBtßrhum zu Cesena in Romagna gab. Allhier nahm er wie»Serum einen großen Bau vor. Jedoch weil ihm weder diedasige Luft bekommen, noch die unartige Aussühruiigdesda-sigen Volks gefallen »vollte, verließ et dieses Btßkhum frey«willig wieder und kehrte nach Reapolis zurücke, wobey er vor»-ab, er müsse der Einkleidung seiner Mutter beywohnet«, wel-che den weltlichen Stand verlassen und sich in das, von ihrselbst erbauete Kloster zu Gravitier begeben wollte. Er erhieltdarauf 1686. von dem Papste das reiche Erzbißthum zu.Benevenw, allwo er sich nachgehends fast beständig aufgchal,reu hat. ^
Er erwiest sich allhier als einen löblichen Bischof der Rö-mischen Kirche, indem er nicht nur fleißig predigte, sondernauch sowohl zwey Provincial«Concilta , nämlich i6yz. und1698. als auch zwey 8vnoäos OioecelMLL 169H. und L^2O.hielr. Sie Zeit, die er nicht z» seinen ordentlichen Anus«Verrichtungen brauchte, wendete er auf die Lesung der Heil.Schrift, der Kirchenhistorie und der heiligen Väter, wo-durch er zu. einer solchen Erkenntniß gelangte, daß manihm von Rom aus viele schwere Fälle auszulösen gab. Sei«ne Einkünfte wendete er meistens auf die Erbauung undAuSzierung der Gotteshäuser und andere christliche Liebes»werke^ Ohngeachttt aber seiner großen Ausgaben schmälerteer doch die Einkünfte der Kirche nicht, sondern vermehrtesie vielmehr , ob er gleich gewissen Prälaten , die er zu Vene»venr um sich hatte, als dem Coscia , Fini und andern , dieVerwaltung feiner Oeconomie und Einkünfte anvertrauett,
Die damit nicht zum besten umgiengen.
Insonderheit erkannte die Stadt Benevent im Jahre-1688. seine große Freygebigkeit. Denn als dieselbe im ge-dachten Jahre durch ein enkfetzlicheSErdbebenfast ganz zernich-tet wurde und dir noch verhandenen Einwohner wegziehenwollten , hielt sie bloß der Cardinal Orsini durch feine Frey-gebigkeit zurücke. Er schoß ihnen Geld zn Erbauung ihrerHäuser für und theilte so viel Allmosen unter die Nochdürfti,
gen