zi8 I.XXI V. Leben des Cardmars Orsini.
ret, kein rechtmäßiger Papst, sondern nur ein sehilmatlscherGegen-Papst gewesen, ließ er sich Beneörctum n//. nen»nen. .Dieses geschah den 29. May 1724. worauf durch denCardinal Pamfilio die gewöhnliche Verkündigung an dasVolk geschah.
Man machte anfangs einen sehr großen Ruhm von demneuen Papste. Unter andern kriegte man ein Schreiben a»SRom zu lesen, das also lautete:
„GOtt alleine giebt uns einen Pabst. Alls Cardinäle„sind von GOtt insptrirt worden und haben alle einmüthiz„diesen Papst auf Petri Stuhl gesetzt. Ich empfinde ei«
„ne wahrhaftige Freude darüber. Er ist ein Heiliger, und„zwar ein großer Heiliger, ein Dominicaner «Münch, der mit„steten Behandlungen beschäftiget ist, der ohne Unterlaß„betet und fastet, der demüthig ist, der jedermann freundlich„begegnet, der durch sein Beyspiel sowohl, als durch seine !„Reden prediget, der großmüthig und die Liebe selber ist.„Seine Wioerfttzung, seine Thränen, seine Gottseligkeit,„seine Freundlichkeit, die man bey dieser Gelegenheit an ihm„wahrgenommen, find uns ein Schauspiel gewesen, das uns„über die maßen gerühret hat. Er hat nicht wollen in die„Peters« Kirche getragen seyn, welches sonst die Gewohnheit„mit sich bringt. Er hak sowohl den Cardinal Tolomei, ei«„nen Jesuiten, als den CardinalBelluga bey sich in dem Va,„man behalten, damit sie ihm IN den ersten Tagen Geftll-„schast leisten möchten.,,
In einem andern Schreiben wurden die Umstände vonseiner Wahl folgendergestalt erzählt: „Dem Cardinal Cam«„merling Albani gebührt alle Ehre von dieser Wahl, indem„derselbe 28 Stimmen in seiner Gewalt gehabt. Er schlug„ihn zuerst dem Cardinal Ciefurgos vor, und als derselbe sei«
„ne Einwilligung gegeben, begab er sich zu dem Cardinal„von Roban, welcher die seinige ihm auch gab. Alle die„übrigenCardinäle, die größiemheilsan diesen drey Häuptern„gehangen, traten ohne Mühe denenselben bey. Die Wahl„ist also mit einer allgemeinen Einwilligung vor sich gegan«
„gen.