L.XXV. Leben des Cardinals Spada. grz
JnnocentiuS XII. ernennte ihn zum Inrernuncio zuBrüffel, wo er Z. Jahre blieb. Von hier kam er mit dem Titeleines Erzbischoffs von Theben als Nuncius nach Cölln. Erwohnte auch als Päpstlicher Gevollmächtigker dem Ryßwicki,scheu Friedenscongreffe bey, wurde aber bey den Seßionennicht Zugelassen.
Im Jahr 1722. ward er als ausserordentlicherNnnciusnach Wien geschickt, den Kayser Zu einem Frieden mit Frank-reich und Spanien zu bewegen , er konnte aber lange nichtzur Audienz gelangen , sondern mußte seine Zeit meistens zuPassau zubringen, bis er endlich Erlaubniß kriegte, sich amKayserl. Hofe einzusinden, an welchem er aber nur seinenVorschlägen kein Gehör fand.
Im Jahre 1704. kriegte er Befehl, als Nuncius nachPohlen zu gehen, um zu versuchen, ob er die unruhigen Mag-naten durch seine Vorstellungen auf andere Gedanken bringenund in der Treue gegen ihren König erhalten könnte. In die-ser Absicht gab er sich zu Warschau viele Mühe, den CardinalPrimas Radziejowskt von Publication des Jnkerregni abzu«halten. Als er aber sah, daß alle seine Ermahnungen ver,geblich warm , nahm er mit diesen Worten von denen hart,näckigren Conföderirten zu Warschau Abschied : "Weil ich"denn, ihr Herren, sehen muß, daß ihr anfeuern Köpfen„unveränderlich beharret und in die unergründliche Tiefe euers„Verderbens so gar blind und hastig zurenner, auch weder„meine, noch Sr. Papstl. Heiligkeit Vermahnungen einiges„Nachdenkens und Gehorsams würdig achtet; Wohlan! so„will ich von hier weggehen, damit ich durch den Anblick der„Mißgeburt, die ihr in euern Gedanken und Köpfen empfan-den und nechstens gebähren wollet, nicht erschrecken möge.,,Als man sich darauf entschuldigte und sprach : Es sey keinbchwerd so scharf, als dasjenige, so von der Liebe, dieFreyheit zu beschützen, gewetzet werde, und daß ein Mann,der um seine Freyheit streite, dreyßig Hände habe; so gab ersehr vernünftig zur Antwort: die rechte Freyheit sey, denKönig ehren und thun, was mach soll, nicht aber unterneh-men, was man will.
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