Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
JPEG-Download
 

Z24 nxv. Leben des Cardmals Spada.

Nicht lange darauf kriegte der König Augustus einen-von fernen ärgsten Feinden, nemltch den Bischof NicolaumSchwiecicki von Posen , zu Warschau gefangen , welchenSpada, als Nuntius, in seine Verwahrung nahm, und durchseinen Secretair, den Abt Merenda, nach Rom schickte, all»wo derselbe den Zo.May 1705. als ein Gefangener anlangte,nach einiger Zeit aber wieder auf freyen Fuß gesetzt wurde.Ucberhaupt bewieß Spada bey seiner damaligen NunciarurinPolen zum Dienste des Königs Augusti und des Päpstl.Stuhlsso vrel Klugheit und Geschicklichkeit, daß ihn der Papst vorvielen andern für würdig hielt, ihn den 17. May 1706. mitder Cardmalswürde zu beehren. Er wurde alsdenn ausPo»jen zurücke berufen, worauf er im Dec. zu Rom anlangte.Den y. Jan. 1707. hielt er daselbst seinen öffentlichen Ein«zug. Er empfieug bald hernach den Cardinalshur und Prie»sier»Titel St. Onuphrii.

l

Den ist. April reifste er in seine Vaterstadt Lucca, undnahm von dem dasigen Erzbißrhum Besitz, das ihm ClemensXI. schon 1704. ertheilt hatte. Er legte aber solches »714.freywillig wieder nieder und fand sich von neuem zu Rom ein,worauf er das Bißthum zu Osimo krtegre, allwo er ein May»senhaus dauere und ein Seminarium errichtete. Nach Cle,mentis XI. Tode wohnte er 1721. dem Conclave bey , darin»rien er aber wenig in Vorschlag gebracht wurde, ob er gleichbey dem Ruhme seiner guten Eigenschaften ein 62. jährigesAlter erreicht hakte. Der Cardinal Conti hatte wider Ver»inuthen Das Glücke, allen andern vorgezogen zu werden. Erbestieg unter dem Namen Innocentii XIII. den Päpstl. Stuhl,regierte aber nicht völlig drey Jahre, so verließ er wiederum !das Zeitliche.

Der Cardinal Spada hielt sich mittlerweile in seinemBißthtim zu Osimo auf, fand sich aber zu Ende des Märzens1724. wieder zu Rom ein. D«e Albanische Parthey gab sichviele Mühe für ihn Stimmen zu sammien , wobey ihn derKayserl.Hof selbst seines hohen Vorspruchs würdigte. Allein«6 war alle Mühe, die seinetwegen angewendet wurde, ver«Lebens , weil ihm das Schicksal ctn so hohes Glücke nicht

bestimmt >