I.XXVI. Leben des Cardinals Aquaviva. Z27
zng und empfieng im öffentlichen Consifiorio sowohl den Hut,als auch den Priestertitel St. Bartholomäi in Jnsuln, wel-chen er 1709. mit dem von St. Cäcilia vertauschte. Er er«wieß sich beständig als einen eyfrigen Anhänger des HausesBourbon, weshalben ihm der Kayser alle seine Güter undBenesicten im Königreiche Neapolis einzog. Dieses betrafauch seinen Bruder, den Herzog von Atri, der deßhalben mirseiner ganzen Familie aus Neapolis fliehen mußte. Er kamzu dem Cardinal nach Rom, wo'er 1709. starb, dem seinäl«rester Sohn im Tode bald nachfolgte.
Im Jahre r7n.schienes, als ob er nach dem Exempeldes Herzogs von Uzeda die Oesterreichische Parthey ergreiffenwürde, weil er nicht nur der öffentlichen Andacht beywohnte,die der Papst für die Genesung des Kaysers Josephi angeörd,net hatte, sondern auch den 4. Nov. als an dem Feste desHeil. Caroli Borromäi, die Meste laß. Allein es erfolgtedieses so wenig, daß er vielmehr, den r<.May 1713.bekanntmachte , daß ihm König Philippüs das Protektorat von Spa«nien aufgetragen hätte. Den ir. JNn. 1714. schlug derBonner in das Zimmer seinesPallasts, worinnen er damalsgleich mit 14. hohen Skandspersonen zur Tafel saß; doch wur«de Niemand dadurch beschädiget.
Um diese Zeit unterhielt er sowohl mit dem Abte Albe»roni in Spanien, als auch mit dem'Parmesanischen Hofein Ansehung der vorhabenden Vermahlung des Königs mitder Prinzeßin Elisabeth von Parma einen starken Briefwech-sel, der auch nicht ohne Nutzen war. Denn er bekam endlichvon dem Könige Befehl, um die Prinzeßin für ihn anzuhal«ren, weßhalben ihm zu Bestreitung der Unkosten 12000. Pi,stolen ausgezahlt wurden. Als er an dem ParmesanischenHofe anlangte, half er den Heyrathscontrack zwischen demKönige und der Prinzeßin in Richtigkeit setzen. Er über,brachte der Königl. Braut viele kostbare Geschenke, dargegen«r von ihr zum Andenken ein kleines Gemählde erhielt, das siemit eigener Hand gemahlet hatte, wofür er dem Ueberbringer50. Louisd'or schenkte. Den 16. Sept. 1714. geschah zu Parmadie Vermählung, welcher er in Person beywohnte. Der
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