I.XXVI. Leben des Cardinals Aquaviva. zzr
und er daher seines Lebens Ende vermuthete/ ließ er den Papstum den letzten Seegen ersuchen, der sich auch nicht säumte, inPerson zu ihm zu kommen. Der Cardinal hatte bereits dieSprache, aber nicht den Gebrauch feines Verstandes verlo-ren. Als ihm der Papst den Apostolischen Seegen ertheiletund bey seinem Bette verschiedene Gebethe gesprochn, auchihm die Marianische Likaney vorgelesen hatte, fragte er ihnnoch bey seinem Hinweggehen, ob er geneigt sey, dem HerrnTrojans Aquaviva, seinem Vetter, alle Beneficia seinesHauses abzutreten, welches er ihm durch Kopfneigen bewil-ligte. Er starb den 12. Jan. 172z. in dem 6osten Jahre sei-nes Alters und lyren seiner Cardinals-Würde.
Er hat nicht mehr als 540. Thaler an baarem Gelde hin,»erlassen, weil er bey seinem großen Aufwande, den sein Cha«racrer erfordert, nicht viel erübrigen können. Seine Ver«I machtniste bestunden in lauter Seltenheiten und Kostbarkei-ten , darunter ein diamai-tenes Creutz von 12000. Gcudi,ein kostbares Silber« und Porcellan:»ServiS und verschiede,ne kunstreiche Gemählde die vornehmsten waren. Die beydenServise kriegte der Prätendent«: und dessen Gemahlin. Erwurde in der Kirche zu St. Cacilia, davon er den Titel ge,führt, begraben.
Seinem Charakter nach hatte er alle gute und böse Ei-genschaften eines großen Herrn an sich. Er wußte bey sei,ner großen StaatS-Wissenschaft nicht nur sich zustellen undzu verstellen, sondern konnte auch durch Pracht und Freyge-bigkeit seinem Purpur einen besondern Glanz geben.
I.XXVII.
Lhristian August von Sachsen,
ein deutscher Fürst.
geb. 1666. Card. 1706. L 1725.
ieser Durchl. Prinz erblickte das Licht der Welk zu Zer'tzaufdem Fürstl. Schlosse Moritzburg den 9.Oct. 1666.an eben dem Tage, da sein kurz vorher verstorbener
Bru»