ZZ2 I-XXVII. Leben des Cardinals von Sachsen, i
Bruder Johann George begraben wurde. Sein Vaker warHerzog Moritz von Sachsen, Stifter der Zeitzischen Linie,ein Sobn des vortresilcheir Churfürsten Johann George I.von Sachsen, die Mutter aber Dorothea Maria, HerzogsWilhelmi von Sachsen. Weimar Tochter , seines Vaterszweyte Gemahlin.
Seine Erziehung war sehr wohl eingerichtet. Sonder»kich bestrebten sich seine Eltern, ihm in Zeiten die Grund, Sätzeder Evangelisch < Lutherischen Religion wohl einzuprägen.Er büsieke seine Mutter frühzeitig ein, indem er das neunteJahr seines Alters noch nicht erreicht hatte.
Im Nov. i63i. reifere sein ältester Bruder, Moritz Wil'Helm, in fremde Länder, da er ihm denn nebst seinem sinngern Bruder. Friedrich Heinrich, bis nach Zwatzen in Thü-ringen das Geleite gab. Er war kaum wieder zu Hanse an»gelangt, so setzte ihn die zunehmende»Unpaßlichkeit seines HerrnVaters in große Bekümmerniß. Diese nahm auch dergestalt !zu, daß derselbe noch vor Ausgang des Jahrs nämlich den q-Dec. 1681. fern Leben endigte. Unser Prinz hatte das Glücke,bey dessen Abschied zugegen zu seyn und den väterlichen letztenSeegen in Person zu empfangen. Die sämmtlichen Erb, unsStifts, Lande fielen an den ältesten Bruder, die andern beydenBruder aber mußten mit mäßigen Apanagen vorlieb nehmen.
Sein Vater hatte vor seinem Ende ein Testament ge<macht, darinnen er unter andern seine Söhne zur Beständig-keit in der Evangelischen Religion anfs nachdrücklichste vcr«mahnt hatte, daran sie sich aber nachgehends sehr wenig ge-kehret. Nachdem Prinz Christian August seine Majoremütäterreichet, ward er den g. April 1688. als Stadchaltcr derBalley Tbüringen zu Zwätzen eingeführt, worauferdenChur-fürsten Johann George III. ins Feld begleitete, und in denCampagnen, denen er am Rheinstrome beywohnte, nicht ge-ringe Lust zu den Kriegs-Diensten bezeigte. Jedoch da erhierbei) zn Sättigung seiner Ehröegierde seine Rechnung nichtzu finden vermeinte, entschloß er sich , ein Römisch-Catholi«