Band 
Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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zz6 I>XX vn. Leben des Cardinals von Sachsen.

er zu Rom, wo ihn Clemens XI. auf die Recommendatrondes Königs Augusti !von Polen den 17. May 1706. zum Car,dmal. Priester creirte. Er war der erste aus dem HauseSachsen, der darzu gelangte, ist aber selbst niemals nach Romgereiset, den Hur zu holen, ob er gleich etliche Conclavta er- Ilebt, daher er auch keinen Cardmals,Titel geführt.

Im Jahre 1707. folgte erdemverstorbenenCardinalvonKollvnüsch in der Erzbischöflichen Würde zu Gran, wodurcherPnmasundObrist-.Canzlervon Ungarn, auch Ober-Ge-spann der Grafschaft dieses Namens wurde. Er erhielt zu-gleich von dem Papste Erlaubniß, daeBißthum zuRaab au-noch zehen Jahr beyzubehalten, welche Frist nachgehendS bisan sein Ende verlängert wurde. Den r l. Oct. nahm er vondem Erzbißkhum Besitz, kam aber von dieser Zeit an wenigmehr nach Cölln, allwo nunmehro der Graf von KönigScckdie Administration des Erz-Stifts ganz alleine führte. Er ,hielt sich nunmehro meistens zu Wien auf, allwo er 1708.drey solenne Handlungen am Kayserlichen Hofe verrichtete. ^Die erste geschah den LZ. April, da er den damaligen KönigCarolum III. nachmaligen Römischen Kayser, mit der Wol-fenbüttelischen Prinzeßin Elisabeth Christrua vermählte, wo-bey Kayser Joseph des abwesenden Bräutigams Stelle vertrat.Die andere solenne Handlung geschah den Tag hernach, daer der ältesten Kayftrl. Princeßin Maria Joseph«, nachma-ligen Köuigin von Polen , das Sacramenr der Firmungertheilte; und die dritte verrichtete er den *. Jul. da er denletztverstorbenen König Johannen, V. von Portugall mit derErzherzogin Maria Anna vermählte, wobey der Kayser Jo-seph abermals des Bräutigams Stelle vertrat. Er besuchtehierauf das Larlsbad, kam aber im Oct. wieder nach Wie»zurücke.

In den Jahren 1709. und 1710. wohnte er als Kayserl.CommissaMS dem Ungarischen Landtage bey und wandte ver-gebliche Mühe an, die bißherige innerliche Unruhe im Reichezu stillen.