I.XX VII. Leben des Cardinalsvon Sachsen. zzy
Den i. Oct. eben dieses Jahrs wurde der Cardinal vondem Kayser zum krincixsl- Lommisiarro auf dem Reichs. Ta,ge zu Regenspurg ernennet, worauf er den 28. Nov. in sol«cher Qualität daselbst anlangte, und den 7. Dec. zum ersten«i male der Reichs. Versammlung beywohnte. Der Pabst. demer vor einiger Zeit die Gebeine des heil. Iohannis Eleemosy«narii zugeschickt hatte, ersuchte ihn darauf durch ein höflichesSchreiben, das Beste der Römischen Kirche bey aller Gelegen«heir zu beobachten, und sich allem demjenigen ernstlich zu wider,setzen, was zum Vortheil der Protestanten vorgehen möchte.
Im Jahre 1717. gab es wegen seiner Titulaturzu Regen,spura einige Streitigkeiten , weil er verlangte ein Cardinalder Heil. Römischen Kirche genennet zu werden, welche-dieprotestantischen Gesandtschaften nicht zulassen wölken. Esverursachte dieses bey Abfassung der Reichs «Gutachten gras,se Hindernisse. Endlich that der Cardinal selbst den Vor»schlag, daß man durch eine Inkerlineation auf folgende Weise:
Der heil. Römischen Kirche
Der Römischen Kirche
allen fernern Weitläufigkeiten entgehen, und sich zugleich miteiner Protestation und Reservation sä krowcollum verwah«ren könnte, welches auch geschah.
Mittlerweile vergaß er nicht, auch die Angelegenheitenseines eigenen Furstl. Hauses zu besorgen. Seinen Brudersowohl als seinen Vetter hatte er glücklich in den Gchooß derRömisch. Catholischerr Kirche gebracht, und es fehlte nichtsmehr, als daß solches nunmehr» auch der Welt öffentlich kundgethan würde. Der Abfall des jungen Vetters war zwar nichtganz im verborgenen geschehen, gleichwohl aber der Weltnicht recht bekannt worden. Solches geschah nunmehro zuRegenspurg, da er ihn nicht nur öffentlich die Meße besuchen,sondern auch den geistlichen Habit anlegen ließ. Was aberden Bruder anbetraf, wollte derselbe lange nicht seine Reli«gions. Veränderung der Welt offenbaren, ohngeachtet ihm
der Cardinal deßhalben dieallernachdrfMchsten Briefe schiebe.