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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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I.XXVIII. Leben des Cardinals del Giudie. Z47

mochten auch die heimlichen Nachstellungen verschiedener Fa«vortten der neuen Königin, die sie theils aus Italien mitge«bracht, theils bey ihrer Ankunft im Reiche gefunden, zusei«nem Falle nicht wenig beygetragen haben.

Im Jahre 171z. schien die Ungnade des Königs völliggehoben zu seyn, weil er ihm den 28. März nicht nur vonneuem die Würde eines General, Inquisitors ertheilte, son-dern ihn auch zumOberhofmeister desPrinzensvon Astmien,ja bey nahe zum Premier - Minister machte. Er bekam beyHofe einige Zimmer eingeräumet und ward zumPräsidmtenvon verschiedenen Collegiis ernennet. Alleine die Herrlich«keit wahrte gar kurze Zeit. Sein gefährlichster Feind warder Abt Alberoni, der nachgehends Cardinal wurde.

Der Cardinal del Giudice hatte bisher an allen Staats«Geschäften den meisten Antheil gehabt. Der König verließsich auf dessen Geschicklichkeit und that nichts ohne dessenVorbewust. Dieses merkte der schlaue Abt, und weil erselbst nachdem höchsten Ansehen bey Hofe strebte, giengenalle seine Anschläge dahin, wie er diesen mächtigen Mikbuh«ler auf die Seite schassen möchte. Es fiel ihm auch, als ei«nem listigen Kopfe, nicht schwer, seinen Zweck zu erreichen.Denn wie er ihn schon damals, da er des Königs Vermäh,lungs, Geschäfte mit der Parmesankschen Prinzeßin getrieben,auf eine artige Art vom Hofe zu entfernen gewußt: also wares ihm auch nicht schwer, ihn endlich gar um des König-Gnade und um alle seine Bedienungen zu bringen.

Der Anfang hierzu wurde den n. Iul. 1716. gemache,da «in Königl. StaatS «Secrerair dem Cardinal ein Hand«briefgen dieses Inhalts überbrachte. „Ihre Majestät hätten„unter andern erkannt, daß das Amr eines General,Inqui,„sicoris von demjenigen, der es auf sich habe, allen möglich«„sten Fleiß erforderte. Man würde ihm daher solches nicht„länger lassen können, wenn er ferner die Vorsorge für die„Erziehung des Cron«InfantenS behalten wolte; er möchte„daher so wohl rhnn und diese letztere Stelle aufgeben.,,