^XXVIII. Leben des Cardinals Lel Giudice. Z49
> men, er zweifelte nicht, der Cardinal würäe dem Königl.Willen bald nachleben. Hierauf antwortete der Cardinal ineinem kurzen Schreiben also: Er würde die Ebre haben, anden König selbst zu schreiben ,, und von Gr. Mas. Antworterwarten, damit er von dessen Willen recht versichert wäre.Auf dieses Schreiben folgte ein anders von dem EardinakAquaviva , darinnen er den Cardinal del Giudice zu verste«hen gab: Er könnte der Königl. Ordre und des Willens Sr.Mas. sattsam versichert seyn , da er es ihm selbst zu wissengethan hätte. Dieser schrieb darauf weiter nichts , als die«i fts, zurücke : "Ob Se. Eminenz gleich solche Ordre vom Ho«
! „fe erhalten, so wäre es doch nur- eine eitle und »«nöthige„Ceremonie, dieses Wappen wegzunehmen , da es so tief„in sein Herz gegraben wäre, daß es auch die Lange der„Zeit niemals würde auslöschen können. „ Da er nun besorgte,es möchte der Cardinal Aquaviva auf Mittel bedacht seyn,
, dieses Wappen mit Gewalt von seinem Palaste wegreisten zuI lassen, nahm er 40. bis 50. Mann in seinen Palast, welchesich in solchem Falle zur Gegenwehr setzen sotten.
Bey solchen Umstanden hatte er nunmchro fattsameUrsaclse, sich aufs heftigste über den Spanischen Hof zu be,schweren und unter andern zu declariren : Er sey ein Vasalldes Königs von Neapolis, allrvo man alle Lehngüter seinesHauses eingezogen habe, weil er den Kayser nicht für deurechtmäßigen Herrn dieses Königreichs erkennen wollen;ohngeachtct nun viele Lehnrräger denselben erkannt und da»her des Kaysers Wappen vor ihren Palästen aufgerichtet hat,ten , so sey Er doch Gr. Cathol. Majest. mir Verlust seinerGüter zerren verblieben; er könnte sich daher unmöglich ein,bilden, baß der König gesonnen seyn solte, ihn eines so deut,lichen Zeichens seiner Treue zu berauben.
Es war ihm aber allerdings viel daran gelegen, mit demSpanischen Hofe wieder ausgesöhnet zu seyn , daher er sichsowohl durch den König in Frankreich, als durch den PapstMühe gab, Pbiltppum V. auf andere Gedanken zu bringen.- Allein dieser Monarche ließ sich durch keine Vorstellungen^ gewinnen, daher sich der Cardinal genöthigel sah / den Pa«