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Erster Theil, welcher ausser dem vorgesetzten Leben Clementis XI. 86 Cardinäle in sich begreift.
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zz2 I.XXVIH. Leben des Cardinals del Giudice.

Wahl des Cardinals Olivieri zurücke gieng. Denn er stell-te den Cardinälen in einer nachdrücklichen Rede vor, daßderselbe, wenn er Papst würde, so viele Cardinäle ,.die andem Hause Albani hiengen, creiren würde, baß solcheallemalim Conclavi die Oberhand haben würde; er sey auch zu einersolchen Würde noch zu jung und in Ansehung der Regierungs-Geschäfte nicht von genügsamer Geschicklichkeit. Er haltediese Rede kaum geendizet, so erklärten sich mehr denn 20.CarWäle, daß sie lieber aus dem Conclave gehen, als denGreMf von bet Wahl eines solchen Papsts ansehen wollten.Endlich hatte der alte Cardinal Orsini das Glücke, den 29.May unter dem Namen Benedicti Xlll. den Päpstl. Stuhlzu besteigen, welches Anlaß gab, daß nunmehro der Cardi,rral del Gtuvice zu dem Decanak des heil. Coliegn gelangte.

Der neue Papst war ein sehr eyfriger und eigensinnigerMann, der daher mit den Cardinälen gar bald zerfiel, wel-ches auch den Cardinal del Giudice betraf. Denn da dersel-be unter andern den großen Staat, den manche Cardinäleführten, nicht leiden wollte, ließ er dem Cardinal del Giu-Lice sagen: Es wundere ihn sehr, daß er vermöge des , vonihm ausgegangenen Befehls seinen Staat nicht vermindert,da er doch als Decanus den andern Cardinälen mir einemguten Exempel vorgehen und. dem Papste mehr Gehorsam lei-sten solte. Allein der Cardinal ließ dem Papste zur Antwortsagen: Er sey ein gebohrner Fürst, daher es ihm nicht übelgenommen werden könnte, wenn er einen Staat führe, derihm zukäme; er hätte-die Z4. Jahre über, da er Cardinal ge-wesen, keine andere Hofstaat gehabt; er könnte daher nichtglauben, daß ihn Se. Heiligkeit im Ernste zu Verminderungseines Staars nöthigen würde.

Im Jahre 1724. quittirte er sein Erzbißthum zu Mont-real mit Vorbehalt einer Pension von 20000 Gcudi. Imfolgenden Jahre wurde er zu dem Conctlio Lateranensi gezo-gen, er ließ aber Unpäßlichkeit baibm seine Stelle durch denHerrn Lanfredini vertreten. Seine Unpäßlichkeit aber nahmdergestalt überbaad,daß cr noch in diesem Jabre sterben muß-te. Es geschah oen 20. Oct. 1725. in dem 78sten Jahre fti-