z5o l.xxx. Leben des Cacdmals Tolomei.
Andachts, Uebungen zuliessen. Sein Zimmer zeigte gleichbey dem ersten Anblick an, von wem es bewohnt würde, weilman da dle besten Bücher von allen Arten übereinander lie«gen sah ; auch auf dem Tische viele Register und k^ertnria,in'gleichen Briefe von gelehrten Leuten und allerhand Neuig»keilen von gelehrten Sachen erblickte. Er war dabey umerdie Bücher so versteckt, daß er denen,, die ihn fragten: wo.er denn schlieffe?. Zu antworten pflegte: Entweder die Binchcr schlaffen für mich im Bette,, oder ich schlaffe arrs den.Büchern«.
Als er das Bibliothecariat und die Profeßion der He«,bräischcnSprache indem CollegioRomano niederlegte, wemde er den nZ.. Febr« i.7lto..zum Rector des Deutsch-Ungarnschen Collegii erwehlet, da er die Jugend sonderlich in in denTheologischen Streitigkeiten unterrichtete, die LateinischenPredigten wieder einführte und die jungen Leute, d'e es vmdient, bey Elemente XI. iu Gunstsetzte: worzu er weiter nichtsals ein klein Billet bedurfte, das er an den Papst abgehen .ließ. ES schätzte ihn dieser Papst wegen seiner weitlauftigen ^Gelehrsamkeit rrngemein hoch und billigte dessen nnrernomme«ne Fortsetzung des Bellarmim gar sehr. Um deßwillen cremie er ihn. auch den 18. May 1712. zum Cardinal «Priester,ob er gleich ein Jesuire war. Der P. Tolomei suchte zwarsolches in einem nachdrücklichen Schreiben an den Papst vonsich abzulehnen, mußte aber Gehorsam leisten, als er hierzuBefehl erhielt. Er empficng darauf in dem nechsten Con«sistorio den rothen Hui und nicht lange hernach den TitelSk.Stcphani super montem Cälium. Er bekleidete darauf dasRecwrat des deutschen Collegii noch zwey Monate, woraufer sich wieder in das Collegium Romanum begab, allwo erzwey schlechte Zimmer zu seiner Wohnung erwehüe, seineBedienten aber den darneben gelegenen Pallast beziehen ließ.
Um nichts an den Pflichten seiner neuen Würde zuvew-bsaume», ließ er des p. Hieronymi Piatti Buch kar-«irnalre ^rAWtate ök oKcko, das 1604. zu Rom herausgekom-«reu, wieder auflegen, zeigte aber solches selbst weit vollkom-mener durch sein Exempel. Er ließ bey aller Gelegenheit ei«