XXVl Norrede des Nsllm.
sie denn zuvor augeruffcii und um Rath gefragct: Er solle die zPriester und Wahrsager, als Diener und Dollmctscher ihres lWillens, ehren: er müsse sich ihnen eben nicht so blindlings 1anvertrauen und überlassen, daß er sich nicht selbst um die Wis- Isenschast der Wahrsagcrey, der Zeichcndcutung und des Vogel- jsiligcs bekümmern sollte. Er füget die Ursache hinzu, wärmn idie Prinzen sich den («Litern unterwerfen, und sie, in allem, um !Rath fragen sollen.^ Sicistdiese: Weil alle Menschen, sie mö- ^gen. in ihren Geschäften, soklug und scharssichtig seyn, als sie wol-len, doch allezeit nicht weit hinaussehen könne», und, in Absicht 'aiifdas Zukünftige, allzu eingeschränkt sind. Dahingegen dieGottheit, mit einem Blicke alle Zeiten unv alle Begebenheitenfasset. , Weil die Götter ewig sind, saget Lambyses zu seinem»Sohne, so wissen sie auch alles und sie erkennen das Vorgänge->,ne,das Gegenwärtige und daoZukünftige, aus gleicheWeise,„eines, wiedas andere. Unter denen, von welchen sieumRath, gefragt werden, geben sie dcuienigcn, denen sie wohl wollen,„heilsame Anweisungen, ihnen zuzeigen, was sie thun und was„sie unterlassen sollen. Siehet man aber, daß sie nicht allen»Leuten dergleichen Rath geben, so muß man sich nicht darüber„verwundern, weil sie keine Nothwendigkeit verbindet, für solche«Leute Sorge zu tragen, denen sie nicht gnädig se»n wollen.
So war die kehre der aufgeklärtesten Völker, was die ver-schiedenen Arten der Wahrsagter» betrifft, beschaffen, lind mandarf sich nicht wundern, daß sich dieHistoricnschreibcr, welche dieGeschichte dieses Volkes schrieben, verbunden erachteten, allesdasjenige sorgfältig zu erzählen, welches einen Theil ihres Got-tesdienstes und ihrer Religion ausmachte, und öfters die Seeleihrer Bcrathschlagunacn und die Regel ihrer Aufführung wur-de. Eben aus dieser Ursache habe ich geglaubt, ich müsse, i» derHistorie, die ich gemein mache, dasjenige nicht gänzlich unter-drücken, was diese Dinge betrifft, ob ich schon einen guten Theilderselben hinweg gethan habe.
Ich setze mir vor, am Ende dieses Werkes, eine kurze Zeit-rechnung aller Begebenheiten und ein genaues Register allerSache», bcvzufügcn.
Mein Führer in der Zeitrechnung ist gemeiniglich Usse-rius. In der Historie der Larthaginenscr bemerke ich öftersvier Arte», die Jahre zu zählen. Das Jahr von Erschaffungder Welt, die Jähre von Erbauung der Städte, Earthago undRom, und endlich das Jahr vor der Geburt JEsu Christi wel-chc ich iu das viertausend und vierte Weltiahr, nach Anleitung
dcs Usserius und anderer setze, welche doch glauben,sie falle noch um vier Jahre eher.
Historie