! j Vorrede des Herrn Rollin. XXV
Er ist ibm ins Herz geschrieben: So oft er seine innerliche Ar-muth fühlet,, so cst muß er daran gedenken, und neu aufsein crin-«ert ihn alles daran, was ibn umgiebt. Ja, man kann sagen, daß,
' diese beständige Zuflucht zu EOtt, einer der Hauptgründe der R<-ligion, und ba-festeste Band ist, welches den Menschen mit sei-nem Schöpfer verbindet.
Diejenigen, welche so glücklich sind, daß sie den wahrenGOtt kenne», und zu seinem Volke erwählet sind, habe» nie-mals unterlassen, sich zu ihm, in ihren Nöthe», und in ihrenzweifelhaffte» Umständen zu wenden, seine Hülfe zu erlangen»und seinen Willen zu erkennen. Er hat sich gefalle,, lassen, sichihnen zu offenbaren, sie, durch Erscheinungen, durch Träume,durch Orakel und durch Prvphezeyungcn zu leiten, und sie durchherrliche Wunder zu beschuhen.
! Die aber, welche verblendet genug waren, die Lügen an dieStelle der Wahrheit zu sehen, wendete» sich zu falschen und be-trügerische» Gottheiten, eben diese Hülfe zu erlangen, die ihremVerlangen nicht gnug thun und anders nicht die Ehrerbietung,die man ihnen erzeigte, belohnen konnten, als durch Irrthum,
> Betrug, und durch eine falsche Nachahmung des Verhaltensunsers wahren GOttcs
Daher entstanden die eitel» Bemerkungen der Traume, diesie sich von einem leichtgläubigen Aberglauben, für heilsameWarnungen des Himmels aufhängen liessen. Daher kamendie dunklen und zwevdeutigen Aussprüche der Orakel, unter wel-chen der Geist der Finsterniß seine Unwissenheit verdeckte, undsich, durch eine ivohlausgcsonneiie Zweydeutigkeit, ein Schlupf-loch aufbehielt, es mochte einen Ausgang gewinnen' wie es woll-te. Daher kamen diese Vocherverkündigungen des Zukünftigen,die man in den Eingeweiden derThicre,in dem Fluge und Ge-sänge der Vogel, in dem Gestirne, in den ungefähren Zufällen,und in dem Looffe, das oftwundcrlich auszufallen pfleget, zu fin-den meynte. Lauter entsetzliche Wunder, durch welche alle Völ-ker in Schrecken gesetzt wurden, die man nichtanders, als durchtraurige Gepränge gut zu machen glaubte, sollte es auch biswei-len so gar Mcnschenblut gekostet haben. Daher kamen endlicheuch die erschrecklichen Erfindungen der Zauberei,, die Gauke-leyen, die Bcschwöhrungen, das Secgensprechen, die Auffvde-rung der Todten, unh noch andre Arten von Wahrfagcrcy.
Alles das, was ich erzählet habe, war ein angenommenerGebrauch, der, von allen Völker» insgemein, beobachtet wurde.
Und dieser Gebrauch gründete sich auf die Grimdsäke derRcli-givn. die ich kürzlich angezeiget habe. Man findet einen aus-nehmenden Beweis in denen, gen Stelleder<vropaek>ie hier- Xeno-vvm ivo kambyies, der Vater des L vrus, diesem inngen Prin- ptzon, mzeit so schöne kehren giebt, die geschickt find, einen grossen Kriegs- der ryro«Helden »nd eincii grossen König zu machen. Doralle» befielt er paedie,ihm, er solle eine vollkommene Ehrerbietigkeit für die Götter ha- ,m i. 8. p.hen, nichts,es sey groß oder klein, icmals unternehmen, er habe r; und z/.
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