IOI
der Aegyptier.
se» derAegyptier,ist eines dermerkwürdigstenDinge, die sich in der alten Historie findsn.
Die Heyden fanden, bey ihrem Sterben,einen Trost darinn, wenn sie ihren Namenin Hochachtung, bey den Menschen, hinter-liessen, und sie glaubten, unter allen mensch-lichen Gütern, sey dieses das einzige, dasuns kein Tod rauben könne. Doch in Ae-gypten war es nicht erlaubt, alle Todte, oh-ne Unterschied, zu loben: man muste dieseEhre durch einen öffentlichen richterlichenAusspruch erlangen. Die Versammlungder Richter geschahe jenseits eines Sees,überdensie, mit einem Kahne, fuhren. Der,sosieübersetzete, hieß, aufaegyptisch, Cha-roll; und hieraus haben die Griechen, wel-che von dem Orpheus, der sich in Aegyptenaufgehalten hatte, unterrichtet waren, ihreFabel von Charons Nachen erfunden. Sobald, als ein Mensch gestorben war, so führ-te man ihn vors Gericht. Der öffentlicheAnkläger wurde gehöret. Bewies er, daßsich der Verstorbene übel aufgeführet habe,so wurde sein Andenken verdammet, und erselbst des Begräbnisses beraubet. DasVolk bewunderte die Macht der Gesetze, diesich auch,über denTod hinaus,erstreckte. Undein jeder, der sich durch dieses Beyspiel ge-rührt befand, scheute sich, sein Andenken undG § sein