Band 
Erster Theil.
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258 Historie

von heydnischen Tugenden, wie sie es nachdem Begriffe der Heyden waren, rede.

Ich finde ebenso wenig Spuren von ih-rer Geschicklichkeit in den Künsten, die we-niger erhaben und nicht so nöthig sind, als,z. E. in der Mahlerey und Bildhauerkunst.Ich lese, daß sie viel dergleichen Werke, denüberwundenen Völkern, geraubet: ich findeaber nirgends, daß sie deren einige selbstverfertiget haben.

Man kann sich nicht enthalten, aus alledem, was ich gesagt habe, zu schließen, daßder Handel die herrschende Neigung unddas eigene Kennzeichen dieses Volkes ge-wesen ; daß er gleichsam der Grund desStaats gewesen; daß er die Seele der Re-publik und dasjenige war, welches alle Un-ternehmungen derselben in Bewegung setz-te. Die Carthaginenser waren meisten-theils gute Handelsleute, die sich nur mitihrem Handel beschäftigten, von dem Ver-langen nach dem Gervinnst getrieben wur-den, nichts als den Reichthum schätzten, undalle ihre Geschicklichkeit darauf wendeten,und auch ihre vornehmste Ehre darinn such-ten, daß sie dessen viel zusammen scharreten,ohne daß sie die wahre Bestimmung dessel-ben hätte kennen, oder sich dessen wohl zugebrauchen wissen sollen.

§. VM.