Band 
Zwölfter Theil.
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l6 Von Poeten.

nichts grosses, nichts heidenmäßiges ohneden verborgnen oder sichtbaren Beystandeiniger Gottheit ausgeführt. Und unterallen Wahrheiten, welche man uns lehrt, >stellt man uns die am öftersten vor, undgiebt sich die größte Mühe, uns dieselbeeinzuprägen, daß die Tapferkeit und Klug,heit, ohne die Hülfe der Vorsehung, nichtdas geringste ausrichten können.

Eine von den vornehmsten Absichten derDichtkunst, und welche gleichsam eine na-türliche Folge von der ersten Absicht war,war auch diese, daß sie die Sitten verbes-serte. Wenn man hiervon überzeugt seynwill: So darf man nur den besondern Ent,zweck von einer jeden Art von Gedichten be-trachten, und die Augen auf die bey naheallgemeine Gewohnheit der berühmtestenund größten Dichter werfen. Bey demepischen Gedichte hatte man anfangs denEntzweck, uns unter der Allegorie einerwichtigen Handlung allerhand verdeckteLehren zu geben. Durch die Ode suchteman die Heldenthaten grosser Leute zu prei,ftn, und andre zu einer edlen Nachfolgeaufzumuntern. Das Trauerspiel, welchesuns die betrübten Folgen der Verbrechen,und die gerechten Lobeserhebungen undBelohnungen der Lugenden zeigt , sollte