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Von Poeten,
Die andre Ausnahme, welche die Rei-nigkeit der Sitten betrifft, ist nicht wenigerwichtig, und nicht weniger in der Vernunftgegründet. Unsre Neigung zum Bösenund zu den Lastern ist schon an sich selbst !nur allzunatürlich, und allzustark, als daßman noch nöthig hätte, dieselbe durch dieReizungen und durch die Anmuth feiner ,und scharfsinniger Verse zu vermehren. !Das Gift solcher Gedichte, welches unter ^den Blumen einer einnehmenden Poesieverborgen liegt, damit ick mich des Aus-drucks bediene, welchen Martial von den* Sirenen braucht, verursacht eine großeFreude, und ist den Seelen durch eine zaus ,iberische Süßigkeit tödtlich. Die weisestenGesetzgeber des Alterthums haben diejeni-gen, welche die Dichtkunst auf diese Art !misbrauchen, allemahl als eine öffentlichePest, und als Feinde und Verderbet desmenschlichen Geschlechts betrachtet, welcheman verabscheuen, und durch die allerem-psindlichsten Arten des Schimpfs unter- !drücken müste. So weise Gesetze haben >nicht allemahl die Wirkung gehabt, dieman davon hoffen konnte. Besonders
aber
* Lirenss, bilarum naui§antlum poenam,morter, «rubele.