Band 
Zwölfter Theil.
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welche Sinngedichte geschrieben. 67

aber Hut man sie bey dem Sinngedichteübertreten, welches man unter allen Poe»s fien am meisten zu Unflätereyen gebrauchthat.

' Hätte man die beyden Regeln, die ichgegeben habe, in Acht genommen: So wür-den die Sinngedichte den Sitten niemahlsschädlich gewesen seyn. Sie hätten sogardie Schreibart bereichern können, wenn sienach und nach, und mit einer vernünftigenMäßigung, lebhafte, freye und anmuthigeGedanken in dieselbe gebracht hätten, sowie diejenigen sind, womit sich gute Sinn-gedichte endigen. Allein das, was anfangseine Anmuth, Schönheit und Munterkeitdes Witzes war (denn das verstehen diei Lateiner eigentlich durch die Wörter acu-ru5, und acumen) verwandelte sich bald in

> einen erkünstelten und fehlerhaften Zwang,

> der sich so gar in die Prosa emschlich. Manmarterte sich, bey nahe alle Redensarten,und alle Perioden mit einem schimmerndenGedanken zu endigen, in welchem etwasspitzfindiges liegen muste. Wir werdenGelegenheit haben, uns über diese Materieweiter auszubreiten.

Der P. Vavasseur, ein Jesuit, hat dieSache, wovon ich hier rede, in einer sowolgelehrten als zierlichen Vorrede, die er vorEs seine