iz6 Von lateinischen Poeten.
Briefen. Was ist nun die Ursache, daßman sie doch mit so vielen Vergnügen, undmit so grosser Aufmerksamkeit ließt? Dasmacht der feine und zärtliche Geschmack, der sartige und einnehmende Scherz, die unge-zwungne Art, welche darinnen herrscht:Das macht ein gewisser Schwung von Offen-herzigkeit, Natur, und Wahrheit: Dasmacht die so gar ausstudirte Nachläßigkeit, ^in dem Sylbenmase der Verse, wodurch dieSchreibart natürlicher wird, welches in derfranzösischen Sprache eine Wirkung von derMarotischen Art zu schreiben ist: Das machtein gewisser Reichthum von gesunder Ver-nunft, Einsicht und Überlegung, weichen >man überall findet: Das macht eine gewisse !wunderbahre Kunst, die Charactere der Mens !schen zu mahlen, und ihre Fehler, und ihrLächerliches in ein Helles Licht zu setzen. Inallen diesen Dingen muß eine gründliche undwesentliche Schönheit liegen, weil sie, ohneden Beystand, der gewöhnlichen Annehmlich-keiten, des Numerus, und des poetischenWohlklangs, einen so lebhaften Eindruck aufdie Herzen machen.
Ommman * sagt nichts inehr, nachdem
er
* IVluIco cK reriior sc pums mggis I^orariur,Lc nd noclmaoxliommmn mores praecipuus.
c. i.