Band 
Zwölfter Theil.
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^ Von lateinischen Poeten. i6z

! Der Ort, an welchen man ihn verwiesenhatte, war für ihn die größte Strafe. Ermacht an verfchiednen Oertern seiner Gedichte

> abscheulicheBeschreibunqen davon. Nichts

! war ihm daselbst so empfindlich, als die stren-ge Kälte, und die Nachbarschaft eines wil-den Volks, welches beständig die Waffen inHänden hatte, und ihm ein Schrecken über

I das andre einjagte: Ein trauriger Zustandfür einen zärtlichen Italiener, welcher sein

I Leben unter einer sanften, und angenehmenHimmelsgegend zugebracht, und beständigeine ungestörte Ruhe genossen hatte.

Ob er es gleich nicht so weit bringen konnte,daß man ihn zurück rief, oder den Ort feinetVerweisung veränderte: So erhielt er sichdoch beständig in der schuldigen Ehrerbietunggegen den Kayser, und fuhr unverändert fort,ihn mit so übertriebnen Ausdrücken zu loben,

> daß er beynahe Abgötterey mit ihm trieb.Ja man kann sagen, daß er ihn in der That,und in dem eigentlichsten Verstände zu sei-nem Abgotts machte, als er seinen Tod er-fuhr. Er besang nicht allein sein Lob ineinem Gedichte, in Getischer Sprache, da-mit ihn auch diese barbarischen Völker kennenund verehren lernten, sondern er betete ihttauch an, und weyhte ihm eine Lapelle, woer ihn alle Morgen räucherte.