Band 
Zwölfter Theil.
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vicrisne.

172 Von lateinischen Poeten.

In Ansehung der Lobsprüche aber scheint

nicht so gar gleichgültig und uneigen-nützig zu seyn, und er redet sehr gern vonseinen eigenen Verdiensten. Inder-That Iwar er groß, und wir haben aus dem gan-zen Alterthume nichts so vollkommnes, alsfeine Fabeln, nehmlich in der natürlichenund ungekünstelten Schreibart.

Man muß sich wundern, daß Phädrusbey allen diesen Verdiensten den altenSchrift-fiellern so wenig bekannt, und von ihnen ge- !rühmet worden ist. Nicht mehr als zweenhaben von ihm geredet, Martial und >Avienus: Ja man zweifelt noch, ob derVers, wo der erstere den Phädrus nennt, !den unsrigm angeht. Casaubonus, wel«cher doch so gelehrt war, erfuhr nicht eher,daß ein Phädrus in der Welt war, als durchdie Ausgabe, welche Peter Pithou 1596.zu Troyes davon heraus gab. Dieserschickte dem P. Sirmond, welcher da-mahls zu Rom war, ein Exemplar davon.Dieser Jesuit zeigte es den Gelehrten zuRom, und diese thaten sogleich den Aus-spruch,daß es ein untergeschobnes Buch wäre.

Als sie es aber genauer untersuchten, änder-ten sie ihre Meynung, und glaubten vieleKennzeichen von Augusts Zeiten darinnenanzutreffen. Der P. Vavasseur erzählt