Band 
Zwölfter Theil.
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Von lateinischen Poeten. 17z

diese kleine Geschichte mit feiner gewöhnli-j lichen Anmuth.

Der Herr de la Fontaine, welcher diese! Art zuschreiben in der französischen Sprache

> zur höchsten Vollkommenheit gebracht, istzwar den Fußtapfen des Phädrus nachge-folgt, hat sich aber doch emen ganz neuenWeggemacht. Er glaubte entweder, daßdie französische Sprache der glücklichen Ein-

^ fält, welche in den lateinischen ScribentenI alle Geister, die einen guten Geschmack be-sitzen, bezaubert und hinreißt, nicht fähigwar, oder er hielt sich auch selbst zu dieserSchreibart nicht geschickt. Genug, er mach-s te sich eine ganz besondere Art zu schreiben,wozu sich vielleicht die lateinische Sprache

> eben so wenig brauchen laßt, und welche,^ ohne daß sie weniger Natur und Ungezwun-genheit zeigt, weit munterer, zierlicher, fteyer,und an Annehmlichkeiten reicher ist. DieseAnnehmlichkeiten aber haben nichts stolzesund nichts erzwungenes an sich, sondern siemachen seine Fabeln nur munterer und ein-nehmender.

Eben dieses kann man, meiner Meynungnach, von dem Terenz und von dem Mölleresagen. Sie sind beyde in ihrer Art sehr vor-treflich, und haben die Comödie zu dem höch-sten Grade der Vollkommenheit gebracht , zu

welches