Von lateinischen Poeten. 185
weil Menippus der Cyniker, schon vor ihmverschiedene ernsthafte Materien in einer lu-stigen und spöttischen Schreibart vorgetra-gen hatte.
Diese Fragmente bestehen nur in einerunordentlichen Sammlung aus den Hefteneines Privatmanns, der sich das, was ihmaus dem Petron am besten gefiel, ohne alleOrdnung ausgezeichnet hatte. Die Ge-lehrten finden in derselben einer» sehr feinenund zärtlichen Geschmack, und eine erstaun-liche Fruchtbarkeit, die Charaktere derer,welche er redend einführt, abzubilden. Gleich-wohl bemerken sie auch, daß die Schreib-art des Perrons, ob er gleich ein grosserCritikus gewesen ist, und einen besondersguten Geschmack gehabt hat, seiner feinenBeurtheilungskrafft nicht völlig anständigist. Man findet etwas gezwungnes darin-nen; Er schreibt zu geblümt, und zu stu-dirt, und verirrt sich schon von der na-türlichen und majestätischen Einfalt, welchezu den glücklichen Zeiten des Augustsherrschte. Allein wenn er auch in Ansehungseiner Schreibart noch weit vollkommnerwäre: So würde er doch, wegen der Unflä-tereyen, womit er sein Werk angefüllt hat,desto gefährlicher für die guten Sittenseyn.
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