Geschichtschreibern. 241
fert: Eine Eigenschaft, auf welcher die vov-nehmsten Verdienste, und die vollkommen-sten Lobsprüche eines Geschichtschreibers bsruhen.
?.) Da Herodotus wohl einsah, daßeine lange Erzählung von einerley Materie,so angenehm sre auch an sich selbst seyn^ möchte, dem Leser verdrießlich werden könnte:
So hat er in seinem Werke, nach Art des^ Homers, durch Episoden und Ausschwei-fungen , welche dasselbe sehr angenehm ma-chen, viel Veränderungen angebracht. Thu-cydides hingegen bleibt immer einerley, undin ernem Tone. Er verfolgt seinen Gegen-stand, ohne daß er sich Zeit läßt, sich ein-mahl zu erholen. Er häuft Schlachten aufSchlachten, Vorbereitungen auf Vorberei-tungen , Reden auf Reden, und zerstückt, si>
I zu sagen, diejenigen Thaten in Feldzüge,welche mit weit grösserer Anmuth und Deut-lichkeit in ihrem Ganzen hätten können ge-zeigt werden.
Man solte meynen, Dionystus von Ha-licarnaß habe nicht genug an die strengenGesetze eines Geschichtschreibers gedacht,und bey nahe geglaubt, daß er einen Ge-schichtschreiber wie einen Poeten beurtheilenkönnte. Viele Leute verweisen dem Hero-
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