Band 
Zwölfter Theil.
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242 Von griechischen

Mus seine langen und öftern Ausschwei-fungen, als einen sehr wichtigen Fehler inder Historie. Meinestheils bin ich gar nichtihrer Meynung. Sie musten den Griechenzu einer Zeit, da ihnen die Historie der Völ-ker, von welchen tn dem Herodotus die !Rede ist, noch völlig unbekannt war, sehrangenehm seyn. Allein noch weit wenigerkann ich die Aufführung und den Plan desThucydides tadeln, welcher seinen Gegen-stand bey nahe niemahls aus den Augenverliehrt: Denn dieses ist eine von den vor-nehmsten Regeln der Historie, welche manohne die wichtigste Ursache niemahls verletzenmuß.

4.) Thucydides bindet sich sehr gewissen-haft an die Wahrheit, welche auch der Grundder Historie seyn muß, und welche gewiß dieerste und wesentlichste Eigenschaft eines Ge-schichtschreibers ist. Er schaltet daher nichtsfabelhaftes in seine Historie ein. Er sucht !ste nicht zu bereichern, noch durch die Erzäh- ^lung gewisser Thaten und Begebenheiten, ^welche etwas wunderbares an sich haben,munter zu machen. Er laßt nicht bey jederGelegenheit die Hülfe der Götter und Göt-tinnen, durch Träume, Orakel und Wuns !derwerke dazwischen kommen. Und in die-sem Stücke übertrifft er ohnstreitig den He-rodotus.