§15
Geschichtschreibern.
für den Dio, allein ich weis nicht, ob nicht! die Gränzen der Wahrheit dadurch ein we-nig überschritten werden.
Voßius sagt, und Lipsius hatte vor ihmschon eben so gedacht, man könnte es die-sem Geschichtschreiber nicht vergeben, daßer die Tugend, nach ihrem wahren Werthenicht zu schätzen gewußt, und die größtenMänner des Alterthums, als den Cicero,i Brutus, Caßius,, und Seneca, entwe-' der aus einer natürlichen Bosheit, oder> aus einer Verderbniß der Sitten und desVerstandes, in einem Übeln Ruf gebrachthätte. Die Sache ist gewiß, und wasj auch der Bewegungsgrund dazu gewesenseyn mag: So bringt sie ihm doch an sichs selbst wenig Ehre.
Er hatte, wie wir bereits gesagt haben,achtzig Bücher von der römischen Historiegeschrieben, allein wir haben nur noch einenkleinen Theil von diesem grossen Werke übrig.Denn die vier und dreyßig ersten Bücher sind,nebst dem größtenTheile des fünfund dreyßig-sten Buchs, bis auf einige Fragmente ver-rohren. Die zwanzig folgenden von demEnde des fünfund dreyßigsten an, bis aufdas vier und fünfzigste, sind noch das voll-kommenste, das man von ihm hat. Vos-sius glaubt, daß die sechs folgenden Bü-cher,