478 Von lateinischen Rednern.
Z. IV.
Viertes Alter der römischenRedner.
ist das allgemeine Schicksal menschli-cher Dinge, daß sie, wenn sie zu ihrergrößten Vollkommenheit gelangt sind, baldwieder fallen, und von Tag zu Tage abneh-men. Die Beredsamkeit erfuhr dieses trau-rige Schicksal zu Rom eben so wohl, alsdie Dichtkunst und Historie. Wenig Jahrenach Augusts Tode trug die Gegend*,welche sonst so fruchtbar an schönen Werkenund an vollkommnen Arbeiten war, diesevortreflicken Früchte nicht mehr, welche ihrso viel.Ruhm gebracht hatten; Und dieseBlüte der römischen Artigkeit, oder diese un-gemeine Zärtlichkeit des Geschmacks, welchein allen Schriften herrschte, vertrocknete beynahe auf einmahl, und verschwand, als obsie von einem auszehrenden Winde berührtworden wäre.
Ein Mann, der sonst wegen seines feinenWitzes, wegen seiner s lrnen Gaben, undwegen feiner gelehrten Werke sehr Hochach-
tungs-
* Omnis toerus repressur, exuKuL^ue üos ticiveleris vberraris exsruir.