588 Von der Philosophie.
Philosophen erweckt?, um die alte Tradi-tion von gewissen wesenrlichen und höchst-wichtigen Wahrheiten zu erhalten und fort-zusetzen ? Wie nützlich sind ihre Lehren vonden Sitten, von den Tugenden, von denPflichten gewesen, der Überschwemmungder Laster Einhalt zu thun! Welche ent-setzliche Unordnung würde man, zum Exem-pel, gesehen haben, wenn die epikurischeSecte die einzige und herrschende Sectegewesen wäre! Wie viel haben ihreStreitigkeiten zur Erhaltung der wichti-gen Lehren von dem Unterscheide der Mate-rie und des Geistes, von der Unsterblichkeitder Seele, von dem Daseyn eines höchstenWesens beygetragen! Ohne Zweifel * hatteGOtt ihnen, vor fo viel andern Völkern,welche die Barbarey in einer tiefen Unwis-senheit erhielt, zu allen diesen Lehren vor-treflrche Grundsätze entdeckt.
Es ist wahr, viele unter diesen Philoso-phen haben wunderliche und ungereimteDinge behauptet. Ja, es haben alle. nachRöm.r. den Worten des H. Paulus, GOttes^ Wahrheit in Ungerechtigkeit aufgehal-ten . . . und haben ihn nicht geprie-sen, als einen GOtt, noch ihm geban-
ket.
* Daß GOtt sey. ist ihnen offenbahr; denn GOtthat es ihnen offenbart. Röm. i, 19.