vi»s.
Laerr.
628 Don der Philosophie.
Gpeusipp.
Ich habe schon gesagt, daß er PlatonsVetter war. Er führte in seiner Jugendein so unordentliches Leben, daß ihn seinVater und seine Mutter aus ihrem Hausejagten. Das Haus seines Oheims wardfeine Freystatt. Plato lebte mit ihm, alswenn er niemals etwas von seinen Aus-schweifungen gehört hatte. Seine Fr unde,die über eine so übel angewandte Sanft-muth und Gelassenheit erstaunt und aufge-bracht waren, tadelten ihn, daß er sich garkeine Mühe gäbe, seinen Vetter zurechte zubringen, und aus diesem Abgrunde heraus-zureißen. Er antwortete ihnen ganz ruhig,daß er stärker und glücklicher daran arbeite-te, als sie dächten, indem er ihm durch sei-ne eigene Lebensart den unendlichen Unter-schied zwischen dem Laster und der Tugend,zwischen ehrbaren und unerlaubten Dingenzeigte.
In der That glückte ihm diese Methodeso wohl, daß er dem Speustpp eine sehrgrosse Ehrfurcht für ihn beybrachte, und inihm ein heftiges Verlangen erweckte, ihmnachzuahmen, und sich der Philosophie zuergeben, in deren Erlernung er es auch her-nach sehr wett brachte. Es gehört sehr viel
Ge-