l Von der Philosophie. 719
seeligen Seelen kamen ihnen sehr abge-schmackt vor, und sollten sie aber gleichwohlohne Ende, und durch eine ganze Ewigkeitdauern? Allem was machte man mrt denSeelen derjenigen, zum Exempel mit denSeelen der Kinder, weiche weder Gutes^ noch Böses gethan hatten? Was war ihr
> Schicksal, und ihr Zustand? Was sollten! sie in der ganzen langen Ewigkeit anfans? gen?
Damit man sich aus diesem Einwürfe,der die Philosophen m keine geringe Verwir-rung brachte, herausreissen möchte: Sobestimmten einige die Seelen der Weisen
> und Vernünftigen zur Bttrachtung der Ge-^ stirne, der Harmonie der Himmel, des Ur-
> sprungs der Winde, der Stürme, und andrer^ Luftzeichen, wie Seneca und einige andre
> Philosophen lehren. Allein der gemeine! Haufe der Welt konnte an den gelehrten
und nachdenklichen Freuden dieses philoso-! phischen Paradieses nicht Antheil haben.! Womit waren sie denn m der Folge aller zu-! künftigen Jahrhunderte beschäffrigt. Manempfand wohl, baß es einem to weisen We-j fen als GOtt ist, nicht a- ständig seyn wür-de , alle Tage ganz geistliche Wesen zu er-schaffen , welche einige Lage Cörprr beleben,«ud hernach die ädrige Dauer ihres Daseyns