Band 
Zwölfter Theil.
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75o Von der Philosophie.

so deutlich vorzutragen gesucht, als mir mög-lich gewesen ist. Ehe ich diese Materie ver-'lasse, und die verschiednen Meynungen die- 'ser Secten erkläre, halte ich es für nöthig,den Leser im voraus zu erinnern, daß er sichirren würde, wenn er von den verschiednenAnweisungen aller dieser Weltweiten einegrosse Veränderung, eine grosse Verbesse-rung in den Sitten der Menschen erwartenwollte. Die Weisheit, deren sich die er-leuchtesten unter so vielen Secten, die denErdkreis theilten, gerühmt haben, hat kei-nen einzigen Streit enden können, und dieIrrthümer nur vermehrt. Die ganze mensch-liche Philosophie hat niemals die Absicht ge-habt , den Menschen etwas anders zu lehren,als so zu leben, wie es einem Menschen an-ständig ist. Denn sie hat in dem Menschen.keine andern, als menschliche Eigenschaftengefunden, und dieselben nur zum Genußder menschlichen Güter anzuwenden gesucht.Ihre Unterweisungen haben auch den Nu-tzen , daß sie die Menschen zum wenigstenvon dem viehischen Leben abziehen, welchesdie Vortrefflichkeit ihrer Natur entehret,und sie antreibt, ihr Glück in dem schlech-testen Theile ihres Wesens, in ihrem Kör-per, zu suchen. Aber alle diese Verände-rung läßt sich auf sehr wenige Stücke ein-

schrän-