Von der Philosophie. 769
Erkenntniß gelangen, und mit Gewißheiturtheilen; die andern hingegen behaupteten,man konnte nichts mit Gewißheit erkennen,und folglich auch nichts als ausgemacht be-jahen.
Die Art, deren sichSocrates im Dispur «car>.tiren bediente, hatte vielleicht zu dieser letz-ten Art zu phllosophiren Gelegenheit gege-ben. Man weis, daß er niemals seine Mey-nung sagte, daß er sich begnügte, dieMey,nung andrer zu widerlegen, ohne etwas alsgewiß zu behaupten, und daß er von sichsagte, er wisse nichts, als nur das, daß ernichts wisse. Er glaubte so gar dadurch denLobspruch des Apollo zu verdienen, daß erder weiseste unter allen Menschen sey. Vieleglauben, daß Plaro eben dieser Lehrart ge-folgt sey, allein man ist darüber nicht einig.
So viel ist gewiß: die beyden berühmte- Ibid. ».>7sten Schüler des Plato, Speusipp, seinSchwestersohn, und Aristoteles, welchedie zwo berühmte Schulen der Akademiker,und Peripatetiker stiftete i, verliessen dieGewohnyelt des Socrates , immer zwei-felhaft zureden, und nichts mit Gewißheitzu behaupten. Sie brachten die Art Streit-fragen abzuhandeln, in gewisse Regeln, undin eine gewisse Lehrart, und machten sie zueiner Kunst, oder Wissenschaft, welche un-
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