Band 
Zwölfter Theil.
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816 Von der Philosophie.

Weisen einen Götzen von Erz und Stein, inder Hoffnung , ihn dadurch wider das Unsglück andrer und wider sein eignes fühllos zumachen. Denn sie wollten, daß er gegen das ,eine so unempfindlich seyn sollte, als gegen ^das andre, und das Mitleid sollte ihn nicht ibewegen, dasjenige an seinem Nächsten fürein Unglück zu halten, was ihm sehr gleich-gültig seyn müßte, wenn es ihn selbst be-traff. Sie wüsten nicht, daß die Empfin-dungen, die sie auszurotten suchten, einTheil von der menschlichen Natur ausma- ichen, und daß man die Bande der menschli- ^chen Gesellschaft auflöset, wenn man ausseinem Herzen das Mitleiden, die Zärtlich-keit, und die lebhafte Empfindlichkeit reistenwill, welche uns die Natur gegen allesdasjenige einflößt, was dem Nächsten be-gegnet. i

Die eingebildete Vorstellung, welche sie !sich von der höchsten Vollkommenheit ihresWeisen machten, war die Quelle ihres lä-cherlichen Lehrsatzes, daß alle Fehler sich ein-ander gleich wären. Ich habe die Unges !reimtheit dieser Lehre an einem andern Ortgezeigt.

Sie trugen noch eine andre Lehre vor, dienicht weniger ungereimt, aber viel gefähr-licher war. Sie war eine Folge ihres Lehr-