Band 
Zwölfter Theil.
JPEG-Download
 

Von der Philosophie. 819

cke gar über GOtt selbst setzten; weilGOttdurch die Nothwendigkeit seines Wesens tu-gendhaft und von Leidenschaften frey ist, derWeise aber aus eigner Wahl und freyemWillen.

Ich werde mich hier nicht damit aufhal-len, daß ich bey demjenigen, was ich ebenund auch vorher gesagt habe, anmerke, inwelche Ungereimheiren die angesehenste undgeehrteste Secte unter den Alten gefallen ist,die auch wirklich in gewissem Verstände dasmeiste Ansehen und die meiste Hochachtungverdient. Dazu ist die menschliche Weis-heit fähig, wenn sie ihren eignen Kräftenund ihrem eignen Licht, oder vielmehr, wennsie ihrer Schwachheit und ihren Finsternissenüberlassen ist.

Es ist noch übrig, die Lehre der Peri-patetiker vom höchsten Gute zu erklären.

§. m.

Lehre der Peripatetiker von dem höch-sten Gute.

L^enn wir dem Cicero glauben: so be-Sd stand der Unrerscbeid zwischen denStoikern und Peripatetikern in Anse-hung des höchsten Gutes nicht sowohl in derFff 2 Sache,