I. Von der Bildhauerkunst. 75
Figur, wenn man sie am obern Ende schmalermacht.
Wenn man an den Ohren arbeitet, so machtman eine hohle Flache an ihrem gemeldeten PlaH.Diese Fläche theilt man nach der Länge in dreygleiche Räume: einen Theil von unten her bisan das Leere in der Mitte; der andre Theil ist dasLeere oder Ausgehöhlte selbst, und der dritte auf.wärts, was noch übrig ist.
Man fängt also an, diese Theile zusammen zufügen, ohne in der Mitte das Leere zu zeichnen,bis es erlaubt ist, mit dem Aushöhlen oder Boh.ren zu Werke zu gehen. Ehe dieses aber geschieht,muß man um dieses Leere herum arbeiten. DasBohren und Graben macht das Leere oder Ausge-höhlte, wobey man in Acht nimmt, daß es besserist, zu tief, als zu wenig einzudringen.
Man verschiebt es aber noch, rückwärts das Ohrabzulösen, wo mehr Mühe und Gefahr vorhan-den ist; man beobachtet auch, daß oben und aus-wendig sowohl, als unten, alles einwärts gehe, unddas Ohrläppchen wie Fleisch an den Wangenhänge.
Ueberhaupt sind am Ohr so viel Theile,Krospeln und Höhlen, daß man demjenigen dasverdiente Lob nicht streitig machen kann, der allesgenau beobachtet, was zu einem tüchtigen Ohr er»fördert wird.
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