I. Von der Bildhauerkunst. 79
diese entweder eine Zerstörung der Ruhe, oder einVergnügen.
Weil aber die Verfassung des Körpers so be-schaffen ist, daß eine elcmentarische Feuchtigkeitmeistens die andre überwältiget; so geschieht esauch, daß durch solche Bewegungen das Ange-sicht in jenem Fall traurig, in diesem aber fröh-lich oder ernsthaft aussieht.
Aus allem diesem kann man sicher schließen,daß allezeit eine von diesen Leidenschaften entwe-der natürlicher oder zufälliger Weise, nachdem esdie Umstände der Arbeit erfordern, im Angesichtmüsse ausgedrückt werden. Ehe man also dasAngesicht machen will, muß man zuvor überle-gen, was für eine von diesen Leidenschaften darin»vorgestellt seyn soll, weil dieser sodann die ganzeArbeit gewidmet werden muß.
Diese Leidenschaften und Bewegungen habenmit den äußerlichen, nämlich mit dem Lachen undWeinen eine genaue Verbindung, wovon wirgleich handeln werden.
§. 29.
Von der Gesichtsbildung der Köpfe,welche lachen.
Das Lachen drückt sich in allen Theilen desAngesichts wunderbar aus; absonderlich imMund und in den Augen, und zwar dergestalt,daß die Augenbraunen sich plöhlich gegen.dieSchläfe erhöhen, und die Augen, die Wangen,
und