Band 
[Theil II.]
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80 I. Von der Bildhauerkunst.

und die Augenlieder in Bewegung kommen. Sogar die Nasenlöcher und der Mund erweitern sich,wodurch die Wangen aufschwellen.

Hier ist aber zu beobachten, daß das Antiqueden Mund nur so viel geöffnet habe, als die Ober-lippe gleich anfangs die Zähne ein wenig sehenläßt.

Ausserdem bemerke man auch, daß das Lachennur inKvpfen vonSatyrenund Faunen anzubrin-gen sey, weil es, wenn solches wider das gehö-rige Maaß und Ziel geschieht, ein leichtsinnigesGemüth bedeutet. Weil aber das Lachen ange-nehmer ist, als das Weinen, so muß man dasAngesicht eher fröhlich, aufgeräumt und munter,als traurig oder kläglich machen.

§- Zo.

Von den Köpfen, welche weinen.

Die Köpfe, welche ihrer Natur nach weinen,sich fürchten, oder betrübt sind, werden in derBildhauerey ungestaltet. Das Antique aber hat siemanchmal mitSchönheit, manchmal auch mit Kunstkläglich vorzustellen gewußt. Es hat sich. wie michdünkt, derjenigen Art bedient, welche gerade demLachen entgegen gesetzt ist. Die Augenbraunengehen abwärts gegen die Schläfe, und gegen dieNase aufwärts, daß sie einen fast geraden Win.kel machen, und sich von den zween Bergen derStirne absondern, sich zusammen ziehen, und