Band 
[Theil II.]
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98 I. Von der Bildhauerkunst.

reitschast; damit, wenn sie irgend vom Senat ei-nen Befehl erhielten, oder sie ein andrer Großervom Adel begehrte, sie die Abbildung gleichverfertigen, und einen so änlich gemachten Kopfgleich auf diese oder jene Statüe aufsetzen und be-vestigen könnten.

Dadurch geschah es, daß ein Palast, dasCapitolium, ein Tempel und die abgeschildertePerson gleichsam unversehens in kurzer Zeit durcheine solche Bildsäule verherrlichet wurde. Mansieht in Rom davon noch viele Beyspiele.

In neuern Zeiten hat man nicht weit vonMarino, in der Herrschaft des Hauses Colonna,noch dergleichen antique Statuen ohne Köpfe ent-deckt. Andre sieht man im Palast Orsini, imColosteo, oder Amphitheatro; wofern sie nichtetwan itzo in das Capitolium, wie viele andre, ver-setzt worden sind.

Andre Brustbilder haben ein größeres Ver-hältniß, wenn sie auf Fußgestellen erhöht wer-den, wodurch sie dem Angesicht eine stärkereLebhaftigkeit geben.

Die Köpfe mit oben erwähnten kurzen Brü-sten sind unten am Rande herum von der Achselan bis auf die Brust zirkelförmig gemacht, wieman dergleichen auch in Medaillen oder halb er-hobenen Arbeiten sieht. Sie zeigen meistensentweder mehr oder weniger den Ursprung derAchsel und die Achselbeine.

So groß der Raum zwischen der Halsgrubermd dem Ende dieser kleinen Brust ist; so groß

ist