Band 
[Theil II.]
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I. Von der Bildhauerkunst, 99

ist auch der Raum von den Achseln dies-und jen-seits des Halses, welches Maaß mit demjenigenüberein kommt, das sich zwischen den Augenwinkelnund dem Anfange des Kinns befindet. So sehtman es am Cicero des Hauses Ludovisi. DieseVerhältnisse werden aber von den Künstlern aufallerhand Art angedeutet.

Ferner hat man ganze Brüste, welche ohneZweifel das Schönste ausmachen, und dennochauf unterschiedliche Art ausgearbeitet sind. Mansehe den heiligen Andreas des Fiamengo in derSt. Peterskirche zu Rom, wovon weiter untenMeldung geschehen wird. Es scheint, die Altenhaben sich in diesem Falle nach der Stelle gerich-tet, wo man sie hinsetzen mußte, weil einige die-selben tiefer, andre ein wenig erhabener, an-dre nur zur Halste, und noch andre ganz Maa -ten, und zuweilen etwas weniges von dcnArmen sehen ließen. Beyspiele von denselbengiebt es so viele, daß viele große Männer endlichdaraus eine Regel zu Brustbildern gemacht, unddieselbe für die dienlichste, vernünftigste und besteangenommen haben. Das aber macht mir nichtden geringsten Kummer, wenn manche, welchebereits schon schnurgerade wider diese Regel gear-beitet haben, dieselbe bestreiten wollen: Denn siemögen für sich sagen, was sie wollen, so werdensie niemals einigen Beyfall erlangen.

Ich behaupte also, daß eine solche Regel, eingutes Brustbild zu machen, in einem vollkom-

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