I. Von der Bildhauerkunst, roi
mögliche Vorstellungen niemals ein Lob oder einenBeyfall erhalten werden.
In der Wendung, Stellung, oder Bewe-gung eines Portraits auf einem Bruststück ist derGrundsatz in Acht zu nehmen, daß, um solche Ar-beit geistreich und reizend zu machen, auf derSeite, nach welcher das Gesicht hinsieht, die Ach-sel mehr erhaben seyn müsse, als die andre, unddiese Achsel den zwar nicht vorhandenen Armgleichsam vorwärts bewegt anzeige; im Gegen-theil die andre Achsel ihren Arm rückwärts hin-wende, und überhaupt alles was gegenwärtig ist,als nicht vorhanden so vorstelle, als wenn die gan-zen Arme und der ganze Leib vor Augen wären.Ein geschickter Bildhauer würde, um dieses wohlauszudrücken, eine solche Stellung mit ganzenArmen modelliren, und sodann das Brustbildmit dem Zirkel, oben erwähnter Maaßen, schnei,den. Durch eine solche Bemühung würden seineAchseln die schönste Wendung bekommen, undnichts würde gedachten zirkelmäßigen klmriß über.schreiten.
Alle andre Stellungen muß man fliehen, undinsonderheit solche, wenn die Achsel sich so erhöhtzeigt, als wenn der Arm in die Höhe gestrecktwäre, welches sehr ungestaltet aussehen würde.
Eine andre Beobachtung, welche die vorigeweit ansehnlicher macht, besteht darin», daß einjedes Gewand sich jederzeit anders wende, als
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