i oo k. Vor» der Bildhauerkunst.
menen Zirkel bestehe, dessen Mittelpunkt dasHalögrübchen ist. Der Umriß wird über dashöchste der Stirne und unter den Achseln vorbei-gezogen. Auf diese Art ist überhaupt die anstän-digste Ausmessung eines Brustbildes bestimmet,und nicht weiter zu vermuthen, daß einige sich un-terstehen werden, darwider zu handeln, und ganzunmögliche Figuren darzustellen. Wer wird ei-nen Helden, oder andern Menschen in der ganzenWelt können zu sehen bekommen, dessen Leib amNabel abgeschnitten, die Arme aber am Cllnbo-gen abgestimmelt und ausgestreckt sind, das Ange-ficht indessen heldenmüthig dasteht? Es müßtedenn seyn, daß jemand entweder vom Feinde sozugerichtet, oder durch seine Missethaten vomRad auf solche Art zum Abscheu zergliedert, undnach ausgestandener Marter wiederum gesund inMetall verwandelt worden wäre.
Brustbilder sieht man aller Orten, wo sichMenschen in Schauplätzen oder an Fenstern be-finden. Man sieht auch Bildnisse bis auf denhalben Schenkel, jedoch mit ganzen Armen; an-dre bis auf die Hälfte des Beins, wie der borg-hesische Seneka. Ueberhaupl scheint es, alswenn die Künstler sich hierin« einer gewissen Frey-heit bedienen wollten, welche man ihnen auch gewisssermaaßen einräumt; allein sie müssen doch glau-ben, daß sie durch verstimmelte, abgeschmackte undin der gewöhnlichen guten und schönen Natur un-
mögli-