. l7Von der Bildhauerkunst, ivz
möglich, nur gleich von ungefähr, oder aus demStegreif zu Werke zu gehen, er muß durch einevestgesetzte Regel, welche seine von der VernunftHerstammende Wegwciserinn seyn sollte, derglei-chen vortreffliche und wunderbare Werke vor Au-gen stellen. Es ist unstreitig, daß man bloß vonder schönen Natur gewisse Grundsätze, Regelnund Vollkommenheiten lernen kann, durchweich^wenn wir sie mit Fleiß und Aufmerfamkeit studi»ren, uns alles gelingen wird.
Da nun der Künstler vor allen Dingen trach-tet, etwas dem Menschen änliches auszuarbeiten;so muß er sich entschließen, sich entweder einenMenschen in Gedanken, oder einen Sokrates,Plato, oder eine andre bekannte Person vorzu-stellen, wenn sie nur einem Menschen gleichet, siemag im übrigen seyn, wer sie will, sie mag be-kannt oder unbekannt seyn.
Er muß aber nicht nur die Aenlichkeit einesMenschen überhaupt suchen, sondern auch dessel,ben Stellung, Kleidung und dergleichen vorstel-len, z. B. des Cäsars und des Cato, wie sie imRath sitzen, und wie der Letztere das Volk anre-det, damit die Bewegung feines Leibes, seine Ge-bärden und seine Gesinnungen ausgedrückt werden.
Hier beruhet nun alles auf dem Maaß undZiel, gewisse Merkmaale, den Ort und die Wen-dung eines jeden Theils von jedem Körper kennt-lich zu machen.
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Durch