Band 
[Theil II.]
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io6 I. Von der Bildhauerkunst.

Durch daö Maaß und die Bestimmung deräussersten Umrisse versteht man das Verhältnißund die Zusammensetzung der Theile, welche durchgewisse Ziffern und eine gewisse Abmessung sowohlnach der Höhe, und der Dicke, als nach ihremVerhältnisse, in Absicht auf die Länge des ganzenLeibes, angezeigt wei den.

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Dieses geschieht durch einen großen Maaß-stab, und durch zwey besondre bewegliche Winkel,maaße. Mit dem großen Maaßstabe wird dieLänge aller Glieder, mit dem Winkelmaaß aberdie Dicke oder der Durchmesser derselben bestimmet.

Auf dem großen Maaßstabe zieht man einegerade Linie so lang, als der Körper hoch ist, denman abmessen will, nämlich vom höchsten Theiledes Kopfs bis auf die Fußsohle. Zu einem gros-sen oder langen Körper gehört also eine lange, undzum kleinen eine kürzere Linie.

Diese Linie, oder dieser Maaßstab mag nunkurz oder lang seyn, so wird er in sechs gleicheTheile getheilt. Jeder solcher Theil kann Fuß oderSchuh genennt werden, wie schon oben Erwäh-nung geschehen ist; denn dieses Maaß hat mit al-len üblichen Maaßsiäben keine Verwandtschaft,wie aus folgenden erhellen wird.

Ein jeder solcher Fuß wird in zehen andregleiche Theile getheilt, welche man Unzen nen-net, also, daß die ganze Lange sechzig Unzenausmache. Endlich schneidet man auf jede Unze

wieder-