HO I. Von der Bildhauerkunst.
ein Werkzeug vonnöthen, welches in einem zirkel-runden Bret besteht. Dieses Bret, welches wieein Uhrblakt in viel gleiche Theile gezeichnet ist,wird der Statue, die man kopiren will, mitten aufden Kopf gelegt. Von dessen Mittelpunkte gehtein bewegliches iinial so weit über den Rand desBretes hervor, daß es aller Orten herumgedrehtwerden kann. Am Linial hängt eine Schnur mitdem Senkbley, durch welche man alle äußernTheile, z. B. den Finger am ausgestreckten Arm,anzeigt. Alle diese Maaße überträgt man indas Modell, daran man arbeitet. Man kannauch, wo es vortheilhaft ist, die Faden vest ma-chen, und dieselben herunter hangen lassen, damitdas Maaß jederzeit nach Belieben genommenwerden könne. So bald aber die Statue in Ord-nung gebracht, und alle Gliedmaaßen zusammenwohl formirt worden; so nimmt man die Fadenweg, und überlaßt die weitere Ausarbeitung demAugenmaaß, wodurch der Künstler seine größesteGeschicklichkeit zu erkennen giebt.
Den weitem Unterricht hiervon überlasse ichgeschickten Professoren, weichender Anfänger sichanvertraut, von denen er durch die wirkliche Aus.Übung solcher Arbeiten mehr lernen wird, alsdurch weitläuftige Beschreibungen.