Band 
[Theil II.]
JPEG-Download
 

n8 H. Von der Bildsäule des Laokoon.

nun auch diesen zum Freunde machen und ihmopfern. Da aber hierzu kein Priester bestellt war,so wurde Laokoon, der Priester des Apollo, vondem Volk auch zum Priester des Neptunus aus-gerufen. Man schritt am Ufer des Meeres zumOpfer, und Laokoon schlachtete dort einen unge-heuer großen Stier. Kaum aber hatte dieseFeyerlichkeit ihren Anfang genommen; so sahdas Volk im Meer zwo erschreckliche und in lauterBogen gekrümmte Schlangen über der Flache derWellen von der nahen Insel Tenedos herschwim-rnen. Sie nahten sich dem Gestade so schnell,Daß das Meer brausete und schäumte. Sie ka-men an das Land, eröffneten ihre Rachen, zisch-ten mit den Zungen, und blitzten aus den Augen.Das Volk, welches vor Schrecken halb todt war,nahm die Flucht, die Drachen aber schössen aufden Laokoon und seine Kinder los, ergriffensie und ihn, da er mit Pfeilen, seinen Söhnen zuhelfen, auf sie los gicng. Sie umschlungen alledrey mit solchem Grimme, daß der Vater, wieVirgüüls dichtet, entsetzlich zu heulen und zuschreyen ansieng. Da sich die Schlangen endlichgesattiget hatten, entstehen sie in den Tempel dervor Zorn entstammten Pallas, und verkrochensich unter ihren Schild. Das Volk hielt §ao-koons Strafe vor billig, weil er das Pferd gelä-stert habe. Es verweilte auch nicht, die Stadt-mauern einzureißen, und'gleich in die Stadt hin-eip zu ziehen. Von dieser Geschichte handeltVirgilius und Petronius, welche diese Sratüe

gest-