Band 
[Theil II.]
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148 m. Von einigen kleinen Werken

ohne sich selbst zu loben, denjenigen groß nennen,der seine Arbeit so vollkommen getroffen hatte.

Daß übrigens diese kleinen Kunststücke beygroßen Meistern in Ansetzn stehn, bezeugen ihreverschiedene Werke, in welchen sie sich dieselbenzu Nutze gemacht haben. Man erinnere sich nurgewisser Bataillen, einer Steinigung des heili-gen Stephanus, und andrer großen Gemälde;so wird man auch wahrgenommen haben, daßganze Gruppen von Menschen, Pferden und an-dern Sachen aus diesen kleinen Baßirilieven da-hin verwendet worden. Endlich ziehe man hie-bey noch den le Brun, den Bock und andre inErwägung. Leon Battista Alberti sagt:gleichwie man niemals fragt, wie ein Künstler zuWerke gegangen sey, oder wie er es angestellt habe,wenn sein Gemälde, oder seine Bildhauerey rühm.lich vollendet worden; also untersucht man auchnicht, wo dieser oder jener Maler eine solche odereine andre schöne Figur hergenommen habe, wennsie natürlich und ungezwungen an ihren Ort undStelle gebracht worden. Man betrachte zu Romin der Kapelle Sisiina, wo das jüngste Gerichtdes Michelagnolo pranget, in der Höhe desHauptgewölbes zwo Weiberfiguren, die einanderdie Körbe vom Kopfe Herabnehmen helfen; sowird man sich über die Arbeit und die Kunst ver-wundern. Michelagnolo, der diese ganze Ka-pelle durch seine Erfindsamkeit und unermüdeteEinsicht zu einem Wunderwerke der Kunst gemacht

hat.